Filmtipp: Wo ist Fred?

Das TJJ hat gesehen: Wo ist Fred?
Filme mit Til Schweiger sind aus Prinzip erstmal durch, Filme mit Jürgen Vogel prinzipiell erstmal super. Alexandra Maria Lara ist sowieso ganz nett und Christoph Maria Herbst und der Typ, der bei Marienhof mitspielt – naja ich weiß ja nicht. Also gehe ich völlig unvoreingenommen (soweit dies möglich [...]

Christoph ist eine Hälfte des TJJ

Das TJJ hat gesehen: Wo ist Fred?

Filme mit Til Schweiger sind aus Prinzip erstmal durch, Filme mit Jürgen Vogel prinzipiell erstmal super. Alexandra Maria Lara ist sowieso ganz nett und Christoph Maria Herbst und der Typ, der bei Marienhof mitspielt – naja ich weiß ja nicht. Also gehe ich völlig unvoreingenommen (soweit dies möglich ist) in den Film. Wo ist Fred? ist ein recht schlechter Name für einen Film und die Handlung ist recht skurill. Fred (Til Schweiger) ist verlobt mit Mara und die hat einen furchtbaren Sohn, der einen Ball von Alba Berlin haben will. Aber nicht nur irgendeinen Ball, sondern genau den, den irgendsoein super Spieler immer nur auf die Behindertentribüne wirft. Und wenn Fred Mara heiraten will, braucht der Sohn den Ball.
Was nun geschieht ist mehr als skurril und ich habe selten einen Film gesehen, der so sehr in das Genre Komödie passt. Fred muss irgendwie an den Ball kommen und sein Kumpel Alex, der von Jürgen Vogel gespielt wird, hat die Wahnsinnsidee, Fred einfach als Behinderten auszugeben. Es kommt, wie es kommen muss, Fred fängt den Ball und ist am Ziel seiner Träume. Aus diesen holen ihn Vanessa von den No Angels, die eine Mischung aus Cheerleader und Pressesprecherin von Alba Berlin spielt und Alexandra Maria Lara, die die Reporterin Denise spielt, welche einen Werbefilm für die neue Behindertentribüne von Alba Berlin drehen darf und muss wieder heraus. Fred ist die auserkorene Hauptfigur des Werbefilm und muss das ganze Spiel nun eine Woche lang mitspielen.

Was dann passiert, kann man sich selber angucken, aber es ist a) sehr lustig, b)mit grandiosen Charakteren (u.a. auch Kurt Krömer als penibler Bauaufsichtsmensch) besetzt und c) auch immer ein wenig deutsch. Soll heißen: es gibt natürlich immer eine tragisch-komische Liebesgeschichte. Vor allen Dingen gibt es aber auch eine Komödie mit und auch über Behinderte, die Freds Aktion natürlich überhaupt nicht lustig finden und die, vor allen Dingen durch den Superfan Ronnie, der von Christoph Maria Herbst gespielt wird, vertreten, immer damit drohen, die ganze Geschichte auffliegen zu lassen. Widersprüche, die sich zwangsläufig aus dem Doppelleben von pflegebedürftigem Behinderten und Bauarbeiter ergeben, werden sehr gekonnt überbrückt und es entsteht ein Film, der nie über, aber immer mit Rollstuhlfahrern lacht. Die Kritik sieht das leider ganz anders und beschwert sich, dass der Film entweder kinder – oder frauenfeindlich ist. Das Humor leider immer auf Kosten von irgendwem geht, scheinen die Kritiker nicht begriffen zu haben, und das Komödien sicherlich nicht den politischen Anspruch haben müssen, auch nicht. Denn in der Tat kommen vor allen Dingen Kinder (also eigentlich nur das eine) sehr schlecht bei rum und werden immer als ekelhafte Charaktere dargestellt, aber auch sie sind es nicht, die den Witz der Handlung ausmachen. Der kommt vor allen Dingen durch die Pointen, die, obwohl sie teils sehr klassich (wie der Restaurantbesuch in 2 unterschiedlichen Rollen) stets sehr überraschend und dadurch im wahrsten Sinne des Wortes zum Brüllen komisch sind.

51deyjhd9vl_ss500_.jpg Bedauerlich ist dann doch das Ende, wo – wie viel zu oft in Filmen- alles zum Guten gekehrt wird und sich die sich Liebenden natürlich finden. Damit dürfte ich noch nicht mal zuviel verraten haben.

Der Soundtrack ist eher mau, so ist Chasing Cars von Snow Patrol sowas wie der Titelhit. Im Film kommen jedoch mehrmals Timid Tiger vor, die mit Miss Murray (welches man sich auf deren Myspace Seite anhören kann) den Film untermalen.
Am Ende steht einer der besten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe, der trotz und auch gerade wegen Til Schweiger nichts an Humor verliert, da dieser wunderbar mit Jürgen Vogel spielt. Und dieser wird immer mehr zu einem meiner Lieblinge im deutschen Film. Den Trailer zum Film kann man sich auf YouTube angucken (siehe Link gleich drunter) oder auch auf der Website des Films herunterladen. Den ganzen Film gibt es mittlerweile auf DVD, die leider ein seltendämliches Cover hat.

Deutschland/2006
107 Minute
Senator
auf DVD erhältlich



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